kalkwerk.ch

ZIEL
Das Projekt Kalkbrand 2020 bietet die Gelegenheit bei einem traditionellen Kalkbrand dabei sein zu können und dadurch das natürliche, historische und wiederentdeckte Baumaterial Kalk mit allen Sinnen kennen zu lernen.

Das Projekt soll ein Prozess des Lernens und des gegenseitigen Wissensaustauschs werden, wo das Handwerk belebt, Kontakte genknüpft, geforscht, Kultur erlebt und möglichst weitere Kalkprojekte geboren werden.

Das Bindemittel Kalk im Unterengadin gemeinschaftlich herzustellen, für den Ort wieder verfügbar zu machen und zu verarbeiten hat ein grosses Potenzial und ist somit vielleicht Inspiration für andere Regionen.

Vor Ort produziert, von Hand gemacht, kurze Transportwege, keine Zusatzstoffe- das sind Werte mit Zukunft.

WAS IST KALK?
Gebrannter Kalkstein war über Jahrtausende das einzige Bindemittel für die Herstellung von Mörtel, Verputzen und Farben, bis er durch industriell hergestellte Produkte teilweise verdrängt wurde.

Kalk ist natürlich und hat hervorragende haptische und optische Eigenschaften, ist ökologisch und rezyklierbar, reparatur- und ausbesserungsfähig, diffusionsoffen und feuchtereglierend, luftreinigend und allergikerfreundlich, algen- und schimmel- hemmend, langlebig und von hoher Qualität.

WER WIR SIND
Joannes Wetzel – Kalkist, Christof Rösch – Künstler/ Architekt (Künstlerische Leitung Fundaziun Nairs), Philipp Kuntze – Geschäftsführer Kurszentrum Ballenberg und Delphine Schmid-Architektin, haben die Vision von kalkwerk, ein Zentrum rund um Kalk.
Gewölbe überarbeitet
Ofen überarbeitet
SITUATION
Zeitzeugen der früheren Wichtigkeit von Kalk für das Bauen sind nicht nur ein Grossteil der erhaltenen historischen Bauten, sondern auch zahlreiche dem Verfall ausgesetzte Kalkbrennöfen.

Mit dem Wissen um die Technik der Kalkherstellung und -Verarbeitung, droht das Kulturerbe Kalk in Vergessenheit zu geraten.

Immer mehr Menschen interessieren sich jedoch für eine nachhaltige Bauweise, für einen respektvollen Erhalt und Umgang mit historischer Bausubstanz und für ein gesundes und langlebiges Bauen.

PROJEKT
Beim Kalkbrand im Sommer 2020 im Kalkofen Sur En da Sent, unter der fachkundigen Leitung von Joannes Wetzel, wird der alchemistisch anmutende Kreislauf und das Wissen zur Herstellung vom “weissen Gold” Branntkalk wiederbelebt.

Während gut einem Monat werden 15 Tonnen Kalksteine gesammelt, im restaurierten Brennofen zu einem Gewölbe aufgeschichtet und während mehreren Tagen gebrannt. Der so gewonnene Branntkalk wird in luftdichte Fässer gefüllt und in der Region für Kalkarbeiten eingesetzt.

CROWDFUNDING

Im Frühjahr 2020 möchten wir mittels Crowdfunding interessierte Personen auf den Kalkbrand 2020 aufmerksam machen und die nötigen Ressourcen mobilisieren.

Bei Workshops können Kalkverarbeitungen gelernt werden. Führungen, Vorträge, Spaziergänge, Wanderungen, Podiumsdiskussionen sollen der Wissensvermittlung und Vernetzung dienen.
Brand Anfang
Ofen leeren
KALKKREISLAUF

1 Natürlicher Kalkstein ist das Ursprungsmaterial bei der Herstellung des mineralischen Bindemittels Kalk.

2 Branntkalk (Stückkalk) wird durch das Brennen von Kalksteinen hergestellt. In Brennöfen werden die Steine bei einer Temperatur zwischen 850-1000°C während mehrerer Tage gebrannt. Der gewonnene Branntkalk reagier stark mit Wasser und muss daher luftdicht gelagert oder sofort weiterverarbeitet werden.

3 Löschkalk (Kalkmilch) entsteht durch die Zugabe von Wasser zu Branntkalk. Dies löst eine stark exotherme Reaktion aus. In einer Grube unter ständiger Wasserüberdeckung gelagert, ist der sogenannte Sumpfkalk über Jahrzehnte haltbar.


4 Kalkbaustoffe sind – mit der nötigen Erfahrung verarbeitet – enorm langlebig und vielfältig anwendbar. Aus Branntkalk, Löschkalk oder Sumpfkalk und der Vermengung mit Sand und Wasser können verschiedene Mörtel hergestellt werden. Beim langsamen Abbindungsprozess wird CO2 gebunden und es entsteht chemisch wieder Kalkstein.

Kalkmörtel wird nicht nur als Fuge- mörtel genutzt, sondern auch für den Verputz von Fassaden und Innenräumen (geseifte Kalkglätte sogar in Nass- räumen). Verdichtet kann der Kalkmör- tel für Bodenbeläge verwendet werden (z.B. Terrazzo).

Aussen- und Innenanstriche entstehen aus mit Wasser verdünntem Sumpfkalk. Kalkfarben bieten der Handwerker*in durch Zusätze wie Erdpigmenten, Kasein usw. ungeahnte malerische Möglichkeiten.
KONTAKT:

Delphine Schmid (Projektleitung)
Architektin Msc ETH Arch
info@kalkwerk.ch
+41 (0)79 329 68 16

www.kalkwerk.ch
In Kooperation mit: