EXKURSION KALKOFENRUINE IM NATIONALPARK

Prof. em. Dr. phil. nat. Christian Schlüchter vom Institut Geologie von der Universität Bern hat auf einer Führung beim Ofenpass im Val Chavagl die Überreste eines Kalkofens entdeckt. Dieser war vermutlich lange Zeit verschüttet und ist durch ein geologisches Phänomen wieder freigelegt worden. Herr Schlüchter hat bei Nachforschungen mittels Dendrochronologie und anderen Klimadaten herausgefunden dass ca. im Jahre 1650 eine grössere Schlammlawine bei der Rüfe hinuntergekommen ist und das Gelände nachhaltig geprägt hat.

Diese Fundstelle und einen weiteren grob erhaltenen Kalkofen nähe Nationalpark sind wir mit einer fachspezifischen Gruppe besuchen gegangen. Mit dabei waren mitunter 2 Geologen, 3 Archeolog*innen, 3 Architekt*innen und 2 Handwerker aus der Praxis. Die Überreste des Kalkofens auf der rechten Seite des Flusses nahe einer Rüfe wirft viele Fragen auf, welche lebhaft diskutiert wurden.

Wieso wurde dieser Standort gewählt, wenn doch die Strasse auf der anderen Seite verlief und es sehr umständlich sein musste den Kalk fort zu transportieren? Wieso wurde der Kalkofen so nahe am Flussbett gebaut, wo er doch Gefahr läuft hinfort geschwemmt zu werden. Wozu wurde gerade an diesem Ort Kalk gebrannt, da in der Nähe keinen weiteren menschlichen baulichen Massnahmen zu finden sind? Wann wurde der Ofen gebaut, vor oder nach dem Grossen Erdrutsch Ereignis?

Fazit der Diskussionen war, es solle zusammen mit dem archäologischen Dienst weitere Untersuchungen und Grabungen geben um den Geheimnissen auf die Spur zu kommen.

 

Fotos: Delphine Schmid