Bei Restaurationsarbeiten mit Kalk am Schloss Tarasp ist dem Maurer, Bildhauer und Sgraffittokünstler Joannes Wetzel die Idee gekommen, selbst einen Kalkbrand durchzuführen. Ihn interessiert eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Kalkhandwerks und er wollte mit dem Material von der Herstellung bis zur schlussendlichen Anwendung arbeiten: Vom Holen der Steine am Berg, über das kuppelförmige Aufschichten der Steine im Kalkbrennofen, zum tagelangen Brennen der Steine bis hin zur Herstellung des Mörtels und der verzierenden Kratztechnik von fertig getünchten Oberflächen.
Im Febraur 2013 fand dann ein erstes traditionelles Kalkbrennen in Val Zuort bei Tarasp in einem 1996 restaurierten Ofen statt. Dieser war bis 1932 regelemässig in Betrieb. Unter der Initiative von Joannes Wetzel, der Organisation von Jon Fanzun und der Mitarbeit von zahlreichen Arbeitslosen konnten 42 Kubik Dolomitkalkstein aus dem Val S-Charl gebrannt werden.